März 2021
Fliegen macht so richtig Freude, wenn einen die Familie im Flugzeug begleiten kann und dazu können natürlich auch kleine Kinder gehören. Kann man die eigentlich im Flieger mitnehmen?
Natürlich kann man auch mit kleinen Kindern fliegen. Viele Zwerge lernen schon in jungen Jahren das Innere von Verkehrsflugzeugen auf Reisen nach Mallorca oder zu anderen Urlaubszielen kennen.
Warum also sollte man kleine Kinder nicht auch in einem Kleinflugzeug mitnehmen können. Die jüngsten Kinder, die ich bisher mitgenommen haben, waren knapp drei Jahre alt. Ich sehe es für die Kleinen sogar als schöner an, als in einem großen Airliner zu fliegen. Sicher ist auch das ein eindrückliches Erlebnis für die Kleinen. Doch ein Mitflug im Kleinflugzeug bietet viele Vorteile.
Hier fliegt man in der Regel kürzere Strecken. Das Flugzeug ist erlebbarer für die Kinder und aus Kinderaugen überschaubarer. Es gibt kein langes Warten am Flughafen. Natürlich muss der Pilot das Flugzeug vorbereiten (zum Beispiel Vorflug-Check), aber der Nachwuchs kann über die Schulter des Piloten schauen. Kinder sind ja von Natur aus neugierig auf alles Neue. Als ich das erste Mal kleine Kinder mitgenommen habe, konnten sie es kaum erwarten, in den Flieger einzusteigen.
Ein paar Dinge sollte man jedoch beachten, wenn man kleine Kinder in Cessna, Piper & Co. mitnimmt:
Neben dem Piloten sollte immer mindestens eine weitere erwachsene, vertraute Person der Kinder mitfliegen. Die Aufgabe des Piloten ist es, das Flugzeug sicher zu steuern und hierauf muss die ganze Konzentration liegen. Die Betreuung des Kindes oder der Kinder ist der mitfliegenden Person zu überlassen.
Auch wenn es für Flugzeuge keine Vorschrift gibt, Kindersitze zu nutzen, ist das aus meiner Sicht ein absolutes Muss. Das kann der gewohnte Sitz aus dem Auto sein. Das ist sogar günstig, denn den kennen die Kinder und haben gleich im Flugzeug einen Wohlfühlfaktor. Beachten muss man dabei, dass es im Flugzeug keine ISOfix-Befestigung gibt - die Kindersitze müssen also tauglich sein, mit dem Gurt befestig werden zu können. Neben dem Sicherheitsfaktor ist ein weiterer Vorteil, dass die Kinder dann höher sitzen und gut aus dem Fenster schauen können.
Kleinflugzeuge sind in der Regel laut. Gehörschutz für die mitfliegenden Kinder ist also ein weiteres Muss! Das können günstige Kapsel-Gehörschützer für Kinder sein. Wenn man jedoch öfter Kinder im Flugzeug mitnehmen möchte, lohnt sich auch der Kauf eines Kinder-Headsets. Dann kann man während des Fluges gut mit den Kindern kommunizieren. Bisweilen bietet sich in diesem Fall an, sich über das Com-Panel als Pilot zu isolieren und den Co-Piloten sowie die Kinder in einen eigenen Intercom-Kreis zu legen. So kann man ungestört funken.
Auch wenn man als Pilot das Wackeln des Fliegers gewohnt ist und gut damit umgehen kann, ist es für die Mitreisenden bei ruhigem Wetter um Einiges angenehmer. Und nicht nur für Kinder ist ruhiges Wetter ein Wohlfühlfaktor mehr.
Ein leicht ge-, aber nicht überfüllter Magen beugt etwaiger Übelkeit im Flug vor. Außerdem lieben es Kinder, wenn sie etwas knabbern können. Ich habe auch gute Erfahrung damit gemacht, den Kindern im Flugzeug einen Lolli-Lutscher zu geben. Krümelt nicht und beschäftigt sie.
Positiv hat sich für mich erwiesen, auf den ersten Flügen mit Kindern eine Route zu wählen, auf denen sie vom Boden bekannte Landmarken sehen. In meinem Umfeld gibt es beispielsweise den bunten Schornstein in Chemnitz - kennen die Kinder vom Boden und ist auch aus der Luft gut zu erkennen. Der Blick aus der Höhe auf die Welt ist für Kinder etwas ganz Neues und so kann die Landmarke helfen, Orientierung zu finden. Das ist ja aus der Luft auch für manch' Erwachsenen gar nicht so einfach...
Es ist immer günstig, den Kindern auch schon im Vorfeld des Fluges so viel wie möglich zu erklären, und zwar kindgerecht. Kinder sind neugierig und saugen das Wissen auf. Und wenn die Kinder wissen, was auf sie zukommt, sind sie viel entspannter. Das gilt übrigens auch für mitfliegende Erwachsene...